Pegasus-Preis

Pegasus Preis 2010

Aus der Jury-Begründung:
In dieser Spielzeit beeindruckte die Jury Inken Rahardts Inszenierung von Georg Friedrich Händels „Tolomeo“. Die Regisseurin hat ein kaum bekanntes Händel-Werk ausgegraben und als einziges Musiktheater Hamburgs mit „Tolomeo“ eine Premiere im Jubiläumsjahr des Komponisten herausgebracht. Auf den Historienkontext verzichtend, inszenierte sie eine auf das Protagonisten-Quartett konzentrierte Familiengeschichte. Der mit Action- und Body-Painting formal und performativ auf einer schrägen (Bühnen)Leinwand ausgetragene Zwist der Brüder um die begehrte Frau reflektierte zudem satirisch die Konflikte zwischen Künstlernatur und Managertypus, zwischen einer etablierten und neuen (Opern)Kunst.

Die Jury begreift „Tolomeo“ als Paradebeispiel für das „Oper in Kurz“-Konzept, wie es auch die „Schulhof-Carmen“ überzeugend bestätigt. Rahardt verlegte den Bizet-Hit jugendnah in eine High-School, wo die Cheerleader-Prinzessin dem jungen Referendar José den Kopf verdreht und Escamillo, dem strammen Star im Football-Team, schöne Augen macht. Bizets orientalisches Eifersuchtsdrama „Die Perlenfischer“ ließ sie im Beach-Club spielen.
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Im von Rahardt entwickelten Konzept der „Electr‘Opera“ singen und spielen Jugendliche für Gleichaltrige gemeinsam mit Profis. „Lost Violet“ nach Verdis „La Traviata“ spielt im Party- und Drogenmilieu der urbanen Club-Kultur, wurde bei Horst Köhlers bundesweitem Wettbewerb „Land der Ideen“ ausgezeichnet und im April 2010 erfolgreich am Staatstheater in Kassel nachgespielt.

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