Alle Fotos sind von Silke Heyer und unterliegen dem Copyright!
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Kritiken
Hamburger Abendblatt
Exotisches Eifersuchtsdrama als unterhaltsames Singspiel
Ein Opernhaus für Kinder, Jugendliche und Operneinsteiger will das Junge Musiktheater Hamburg nach eigenem Anspruch sein. Dies - und in guten Momenten ein kleines bisschen mehr - ist dem Team um die Regisseurin Inken Rahardt auch mit der Adaption von Bizets "Die Perlenfischer" wieder gelungen, die am Freitag im Opernloft Premiere hatte.
Mit frecher Unbefangenheit, die aus wahrer Liebe zur Sache kommt, hat Rahardt aus Bizets dreiaktigem, exotisch angehauchtem Eifersuchtsdrama ein unterhaltsames Singspiel im Urlauber-Milieu gemacht.
Die Handlung wurde vom historischen Ceylon in einen modernen Beach-Club auf den Malediven verlegt. Aus dem Freundespaar, das in Bizets Original um die Liebe einer Frau konkurriert, macht Rahardt zwei scheinverliebte Eheleute, die sich pikanterweise beide in dieselbe Inselschönheit verknallen. Die aktualisierte Kurzfassung kommt auf weiten Strecken im Volksbühnentonfall daher, wobei Opernpathos und Ballermannmentalität gleichermaßen auf die Schippe genommen werden. In besonders geglückten Momenten wie dem Liebesduett von Leila (Karina Schmidt) und Nadine (Simone Umland) gelingen Rahardt aber auch parodiefreie Szenen von echter Intensität. Hier hätte sich die Taschenfassung um ein Haar zur großen Oper aufgeschwungen - wenn die Stimmen getragen hätten. Darstellerisch lieferte das Ensemble eine geschlossen gute Leistung; sängerisch überzeugt uneingeschränkt nur Feline Knabe in der Rolle der durchgeknallten und latent zynischen Clubanimateurin Nora.
KulturaExtra.de
Welches Inselparadies eignet sich besser zum Heiraten als die Malediven? Diese (rhetorische) Frage stellen sich auch Nadine und ihr Ehemann Zurga und fahren fünf Jahre nach ihrem Ehegelöbnis zurück auf die Trauminseln, um ihren Schwur zu erneuern. Ihr Club-Urlaub, mit drolliger Animation und Strandpartys, verspricht ein voller Erfolg zu werden - bis das Ehepaar der Insulanerin Leila begegnet.
Die arbeitet als Tänzerin und Sängerin im Ferienclub und verzaubert mit ihrer Schönheit und Anmut sowohl Zurga als auch Nadine. Leila verliebt sich sofort, obwohl sie sich geschworen hat, sich niemals auf Touristen einzulassen - allerdings nicht in Zurga, dem sie eine Absage erteilt, sondern in dessen Frau Nadine, die sich schlechten Gewissens auf das berauschende Abenteuer mit Leila einlässt. Zurga trifft der Schlag, als er feststellen muss, dass er die schöne Insulanerin nicht für sich gewinnen kann und auch noch seine Ehefrau Nadine an sie zu verlieren droht.
Am Ende muss sich Nadine entscheiden: Gibt sie ihrem Herzen nach, das sich so sehr nach der Liebe zu Leila sehnt, und wagt sie einen Neuanfang auf den Malediven oder kehrt sie mit ihrem Mann zu Normalität und nach Hause zurück? Und: Hat sie überhaupt eine Wahl?
Die 90-minütige Produktion „Die Perlenfischer“ des Hamburger Opernlofts unterscheidet sich oberflächlich stark von der Originalfassung George Bizets, erzeugt aber mindestens genauso überzeugend eine Atmosphäre aus exotischem Urlaubsflair, quälender Eifersucht, Herzschmerz und leidenschaftlicher Liebe.
Besonders hervorzuheben ist, dass durch den Aspekt, dass Leilas Liebe eine Frau ist, sich zwei herrliche Frauenstimmen zu Duetten vereinen, die unter die Haut gehen. Bühnenbild, Perlenfischer-Cocktails und aufreizende Kostümierung runden den exotischen Abend ab und bringen die Malediven nach Hamburg.
Die perfekte Oper für heiße Sommertage!








