Inken Rahardt - Opernregisseurin und Autorin

Die Zauberflöte

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Kritiken:

Hamburger Morgenpost

Mozart trifft auf Captain Kirk

Durchgeknallte Inszenierung - "Die Zauberflöte" wird in den Weltraum gebeamt

Captain Kirk meets Mozart. Wer hätte gedacht, dass die "Zauberflöte" auf ihre alten Tage noch einmal in den Weltraum gebeamt werden würde? Im Opernloft des Jungen Musiktheaters inszeniert Inken Rahardt Mozarts letztes Bühnenstück mit nur vier Darstellern. Die allerdings bringen so viel Temperament, Wandlungsfähigkeit und sängerisches Können mit, dass man auf die Rollenverteilung des Originals gut verzichten kann.

Wir schreiben das Jahr 2229. Die Abwrackprämie ist dunkle Vergangenheit. Sonst hätten Tamino (Johannes Lehner), Alfa (Lisa Jackson) und Zeta (Felicitas Breest) ihr klappriges Raumschiff wohl schon längst verschrottet. Doch die Reparaturen im Off geben den Darstellern Zeit, in ihre nächste Rolle zu schlüpfen. Tamino mutiert zum grünen Weltraummonster Monostatos, die taffe Technikerin Alfa verwandelt sich in die unbedarfte Pamina, während Zicke Zeta plötzlich als Königin der Nacht ihre grandiose Arie schmettert. Geradezu hinreißend singt Soomi Hong das liebestolle Vogelmännchen Papageno. Und auch bei ihrem Auftritt als schwertschwingender Sarastro hat sie die Lacher auf ihrer Seite.

Eine Weltraumoper in bester B-Movie-Manier, bei der natürlich die entscheidenden Requisiten nicht fehlen. Als Funkgerät fungieren Bügeleisen und Duschkopf, und wenn Tamino nach einer Hechtrolle seinen Machtstrahl aktiviert, surrt ein Akkuschrauber mit Goldfransen. Dank des treffsicheren Wortwitzes, der hoch motivierten Sänger und Musiker und der einfallsreichen Regie driftet diese Inszenierung niemals ins Banale ab.

NDR 90,3

Mozarts Zauberflöte gehört zu den beliebtesten und meistgespielten Opern der Welt – aber wie sie am Hamburger Opernloft präsentiert wird – das ist vermutlich einmalig. Die Prinzipalin der kleinen Wandsbeker Oper, Inken Rahardt, inszenierte das Werk nämlich als Weltraum-Drama. Ort der Handlung ist eine Raumkapsel. Elisabeth Burchhardt ist mitgeflogen – sie war bei der Premiere.
Drei Besatzungsmitglieder hat das Raumschiif, als da wären: Kapitän Tamino und zwei hübsche Damen in engen schwarzen Kostümen, genannt Alpha und Zeta. Die eine lenkt, die andere schaltet, und immer wieder erhebt sich jemand aus seinem aerodynamischen Sitz. Um nachzusehen, womit das Raumschiff denn diesmal wieder zusammengestoßen ist. Es fliegt eine Menge Müll im All herum –außerdem manch komischer Vogel- Papageno zum Beispiel, der hier von einer Frau gesungen wird.

Dieser moderne Papageno ist auf der verzweifelten Suche nach einem Weibchen. Und in Sachen Frauen ist auch Tamino unterwegs, er erhält via Lautsprecher Befehle von der Königin der Nacht: Er soll ihre entführte Tochter Pamina befreien.

Ein originelles, witziges Konzept ist das, es wurde von der Leiterin des Hauses, von Inken Rahardt, schnell und humorvoll umgesetzt. Auf die zugegeben – seltsame Raumschiff-Idee kam die junge Frau aus einem einfachen Grund: Tatsächlich wurde eine Aufnahme der Zauberflöte via Raumsonde ins All geschickt, eine Nachricht an fremde Lebewesen und unbekannte Kulturen.

Man merkt, dass ganze Ensemble Spaß an der Sache hat, die schnittigen Kostüme stehen den vier Sängerinnen und Sängern gut, die grellbunten Perücken auch, und das Raumschiff, das gurgelt und raucht – das macht Freude. Aber das Ensemble ist auch noch gesanglich gut. Allen voran Felicitas Breest mit ihrer herrlichen glockenhellen Stimme. Sie ist unter anderem die Königin der Nacht.
Begeisterten Zwischenapplaus gabs für diese Arie. Und überhaupt- war das Publikum sehr einverstanden mit der ungewöhnlichen Inszenierung..

Am Ende gabs auch noch das erwartete Happyend- der merkwürdige Vogelmann Papageno trifft auf eine bezaubernde Vogel-Dame- und die beiden bemühen sich fortan, viele bunte Vogeleier zu produzieren. Das ist herrlich albern und sehr charmant. Es gab Bravos und langen Applaus.

Hamburger Abendblatt

Krieg der Welten - ganz frei nach Mozart

Wo bleibt das Bügeleisen? Diese Frage drängte sich jedem Raumschiff-Orion-erfahrenen Opernbesucher auf, der zur Premiere der "Zauberflöte" ins Opernloft gekommen war. Im Science-Fiction-Gewand mit einem Hamsterrad als Steuerungseinheit für den "Delta Deflektor" und einem Brausekopf als Gashebel erzählte Regisseurin Inken Rahardt die Geschichte vom intergalaktischen Krieg zwischen der Königin der Nacht und Sarastro, dem Herrscher über drei Sonnenringe. Frei nach Schikaneder und Mozart.

Rahardts Inszenierung lebt dabei von der Lust an der Parodie und dem Spiel mit Zitaten: Star-Wars-Einlagen und das Bügeleisen, das als Bordsprechanlage schließlich doch noch zum Einsatz kommt, inbegriffen. Eingewoben in die Parodie sind Details zur Geschichte der "Zauberflöte" und pädagogisch wertvolle Überlegungen zur Frage, ob Jungs wirklich cooler sind als Mädels. Wie im Opernloft üblich spielen nur vier Akteure in wechselnden Rollen: Der größte Spagat gelingt Soomi Hong, die im fliegenden Wechsel den staatstragenden Sarastro und einen ängstlichen Papageno gibt. Lisa Jacksons Pamina ist erheblich koketter und der Tamino von Johannes Lehner deutlich schlichter als man sich dies bilderbuchbrave Liebespaar vorstellt. Nur Felicitas Breest zickt als Königin der Nacht wie gewohnt und schwingt dazu eine männermordende Sichel, die ihr das Laserschwert ersetzt.

Kultura-Extra


Wir schreiben das Jahr 2229. Die Fahranfänger Zeta, Alfa und Tamino jetten mit einem veralteten Raumschiff durchs Weltall und kollidieren in regelmäßigen Abständen mit im Universum herumfliegenden Weltraummüll. Als Tamino sich nicht davon abhalten lässt, die aus einem der Müllsäcke gefischte, futuristische Zauberflöte auszuprobieren, gerät die Crew in einen Zauberflöten-Wirbel.
Regisseurin Inken Rahardt aus dem Hamburger OPERNLOFT gibt der wohl berühmtesten Oper einen völlig neuen Anstrich. Vier junge Darsteller, von denen zwei aus Südkorea und den USA stammen, befördern Mozarts „Zauberflöte“ in die Zukunft. Dass sich die Handlung der Komposition auch mit sieben Charakteren aus der Oper und zwei frei erfundenen wunderbar darstellen lässt, zeigt diese 90-minütige Inszenierung.
Zur Handlung: Nach einer Notlandung begegnen die Erdlinge dem eigenartigen Vogelmenschen Papageno, der als letzter seiner Art auf der verzweifelten Suche nach einem Weibchen ist. Plötzlich erscheint die machthungrige Königin der Nacht und fordert die Eindringlinge auf, ihre Tochter Pamina aus den Fängen ihres Vaters Sarastro zu befreien. Eine liebestolle Reise durch das Weltall beginnt.
Frivol, provokant und mit einer ganz eigenen Art von Sexappeal haben es die Opernsänger auf die Lachmuskeln der Zuschauer abgesehen, liefern aber gleichzeitig eine hervorragende Gesangsdarbietung. Laut Bühnenbild werden Akkubohrer in der Zukunft zu unheimlich coolen „Machtblitzen“ und Staubsauger zu High-Tech-Gewehren umfunktioniert. Eine erfrischend neuartige Produktion.