Pegasus Preis 2010
Aus der Jury-Begründung:
In dieser Spielzeit beeindruckte die Jury Inken Rahardts Inszenierung von Georg Friedrich Händels „Tolomeo“. Die Regisseurin hat ein kaum bekanntes Händel-Werk ausgegraben und als einziges Musiktheater Hamburgs mit „Tolomeo“ eine Premiere im Jubiläumsjahr des Komponisten herausgebracht. Auf den Historienkontext verzichtend, inszenierte sie eine auf das Protagonisten-Quartett konzentrierte Familiengeschichte. Der mit Action- und Body-Painting formal und performativ auf einer schrägen (Bühnen)Leinwand ausgetragene Zwist der Brüder um die begehrte Frau reflektierte zudem satirisch die Konflikte zwischen Künstlernatur und Managertypus, zwischen einer etablierten und neuen (Opern)Kunst.
Die Jury begreift „Tolomeo“ als Paradebeispiel für das „Oper in Kurz“-Konzept, wie es auch die „Schulhof-Carmen“ überzeugend bestätigt. Rahardt verlegte den Bizet-Hit jugendnah in eine High-School, wo die Cheerleader-Prinzessin dem jungen Referendar José den Kopf verdreht und Escamillo, dem strammen Star im Football-Team, schöne Augen macht. Bizets orientalisches Eifersuchtsdrama „Die Perlenfischer“ ließ sie im Beach-Club spielen.
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Im von Rahardt entwickelten Konzept der „Electr‘Opera“ singen und spielen Jugendliche für Gleichaltrige gemeinsam mit Profis. „Lost Violet“ nach Verdis „La Traviata“ spielt im Party- und Drogenmilieu der urbanen Club-Kultur, wurde bei Horst Köhlers bundesweitem Wettbewerb „Land der Ideen“ ausgezeichnet und im April 2010 erfolgreich am Staatstheater in Kassel nachgespielt.
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HERZLICH WILLKOMMEN !
Ich freue mich über Ihren virtuellen Besuch.
seit acht Jahren leite ich erfolgreich das Junge Musiktheater Hamburg. Das Hamburger Privattheater verfügt seit September 2007 über eine eigene Spielstätte: das Opernloft.
In dieser Spielzeit zeigen wir 18 Produktionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Viele Produktionen sind unter meiner Regie entstanden: unter anderem eine Kurzfassung von Wagners „Ring„ sowie „Carmen„ und „Die Perlenfischer„ von Bizet.
Für Jugendliche habe ich das Format der „Electr’Opera„ entwickelt, in der Originalmusik – etwa von Verdi („La Traviata„) oder Gounod („Roméo et Juliette„) – mit elektronischer Musik gemischt wird. Für die Jugendopern schrieb ich die Konzepte und Fassungen. Auch im Bereich der Kinderoper bin ich aktiv. Ich habe den „Kleinen Ring„ und „Das Zauberflötchen" für Kinder erarbeitet.
Neben dem Aufbau des Jungen Musiktheaters Hamburg habe ich Kultur- und Medienmanagement studiert und mit sehr gutem Diplom abgeschlossen.
Vor der Gründung meines Theaters arbeitete ich als Opernsängerin, vorwiegend in den USA. Dort absolvierte ich auch einen Großteil meines Gesangsstudiums, das durch diverse Stipendien finanziert wurde.
Meine Berufe als Sängerin, Kulturmanagerin und Intendantin haben mich zur Regie geführt – und das mit sehr großem Erfolg. Ich würde mich sehr freuen, Sie bald in meinen Inszenierungen in Hamburg begrüßen zu dürfen.
Herzliche Grüße
Inken Rahardt
Pressestimmen
"Hier können sich die großen Häuser so manches abgucken."
SHZ
"In jeder Hinsicht einzigartig!"
Kultura Extra
"Eine aufregende Inszenierung und ein beglückendes Gesangserlebnis!"
NDR
"Ein Konzept, das aufgeht: Das Publikum tobte vor Begeisterung!"
Hamburger Morgenpost
"Inken Rahardt hat für Händels transparente Musik eine klare Form gefunden. Ihre Inszenierung spielt auf einer schrägen Leinwand. Hier hat jede Figur ihre Farbe. Und die setzt sie ausdrucksstark ein. Das Blau von Tolomeo fließt ins Rot seiner Geliebten Seleuce. Das Grün von Alessandro vermengt sich beim Seitensprung mit dem Gelb von Elisa. Eine faszinierende Farben-Melange ergibt das – am Ende, an dem sich die Brüder nach dem Tod der Mutter versöhnen."
Theatergemeinde Magazin


